Wehr am Schwimmbad Prüm

Wasserbauliche Sünden der Vergangenheit repräsentiert dieses “Kulturwehr” am Schwimmbad oberhalb der Ortschaft Prüm. Hier wird das Flüsschen Prüm eingestaut, um es anschließend über eine betonierte steile Rampe in einen gemauerten Kanal ablaufen zu lassen. Die Erschaffer dieses Bauwerkes haben sich früher sicher einmal etwas dabei gedacht. Heute wissen wir um die fatalen Folgen solcher Bauwerke für die Ökologie der Gewässer und können es besser machen - wenn wir wollen.

Ein Blick von der Straßenbrücke über den “Flusslauf” in Richtung Dausfeld. Man erkennt sehr gut, welcher bauliche Aufwand hier betrieben wurde, um die Prüm zu disziplinieren. Bei Niedrigwasser treten die erodierten künstlichen Sohlbefestigungen zutage.
 

Dieser vollkommen unnütze Betonriegel hat zur Folge, dass wandernde Gewässerorganismen und Fische keine Chance haben, den Oberlauf der Prüm zu erreichen. Nur Seil und Kletterhaken könnten hier helfen.
 

Ein Blick auf das bei Niedrigwasser nur noch dünn überströmte Kulturwehr.


Unsere Empfehlung:
Partielle Abtragung der Wehrkrone und Schaffung einer rauhen Rampe hinter dem Wehr durch Verfüllung mit großen Wasserbausteinen bis auf das Niveau der Wehrkrone. Der Geschiebetransport bei hoher Wasserführung wird die Sohle der Prüm natürlich gestalten. Es entstehen durchströmte Lebensräume für die Bewohner des Interstitials (Kieslückensystem) und Fische und andere Gewässerorganismen können die Prüm auch bei Niedrigwasser wieder in beide Richtungen durchwandern.

Anspechpartner:
Peter J. Neu, Bitburg:
upnbit@aol.com