WKA Lünebach

Stauwehr und Ausleitung der Prüm an der Wasserkraftanlage Lünebach, Kreis Bitburg-Prüm

Zur Erzeugung “umweltfreundlicher Energie” wird dieser Ausleitungsstrecke auf 1,3 km Länge alles Wasser vorenthalten! Hier ein paar Fotos vom Zustand der Prüm am 29.06.2005:

Die “Wehrkrone” des mit Beton überzogenen ehemaligen Steinsatzwehres. Kein Tropfen Wasser kommt mehr über das Wehr. Die Mindestwassermenge zur Sicherung minimaler ökologischer Funktionen im Mutterbett der Prüm ist Null.

Blick hinter das Wehr in das Mutterbett der Prüm. Hier, wo eigentlich in einem strömenden Bach viele verschiedenen Gewässerbewohner leben sollten, wächst nun Rohrglanzgras auf den trockengefallenen Kiesbänken.

Blick vom Wehr prümabwärts. Der hier ehemals rasch fließende metarhithrale Mittelgebirgsbach besteht nur noch aus stehenden Pfützen in den Vertiefungen des Gewässerbettes. Kiesbänke, in denen sich Fischlaich entwickelt, liegen trocken, die Kleintierwelt wird massiv geschädigt. Die Sonne erwärmt das stehende Wasser, wodurch es Sauerstoff verliert und die auf kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesenen Kleintierarten (Fischnährtiere) sterben ab. Die wenigen in den Pfützen verbliebenen Fische holen sich Iltis, Fuchs, Ratten und Reiher.

Eine Untersuchung der Benthosfauna (Kleintiere) dieses Gewässerabschnittes zeigte, dass hier überwiegend belastungstolerante potamale Arten vertreten sind, d.h. solche Arten, die normalerweise in großen, viel stärker verunreinigten Gewässern vorkommen. Die hier im Mittellauf der Prüm zu erwartenden Reinwasserarten sind verschwunden. Ein großer ökologischer Schaden, der sich sowohl fischereiwirtschaftlich wie auch wasserwirtschaftlich niederschlägt. Denn die Selbstreinigung des Gewässers, in dem normalerweise organische Verunreinigungen von Klein- und Mikroorganismen abgebaut und wieder in natürliche Biomasse umgebaut werden, ist extrem beeinträchtigt. Vielmehr beginnen in den stehenden Tümpeln abgestorbene Pflanzen und Tiere zu faulen und es entstehen Faulgase wie z.B. Methan oder Schwefelwasserstoff, die die Atmosphäre schädigen.

Politik und Wirtschaft sollten endlich vom Märchen der umwelt- und klimafreundlichen, schadstofffreien Energieerzeugung durch Kleinwasserkraftanlagen abrücken!

Anspechpartner:
Herbert Schneider, Metterich:
herb.schneider@gmx.de